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August

5.8. Wir sind gut angekommen.

Eine etwas verzögerte Anreise

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hat dann doch noch gut geklappt. Kai und Jana waren etwas vor uns am Schiff, obwohl sie aus Berlin gekommen sind. Ein fröhliches Beladen der Blue Ray beginnt. Wir bekommen aber alles problemlos gestaut. Danach dann noch ein Besuch im örtlichen Lidl, um uns mit Proviant einzudecken. Ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende. 

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7.8. August

Heute gab es Spargel,

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nun eigentlich gab es einen Mast. Eigentlich sollte das noch vor unserer Anreise erfolgen, aber am geplanten Termin war der Wind zu stark. Ausserdem wollte uns die Hafencrew sowieso lieber dabei haben. So soll es jetzt Montag werden. Immerhin wurde der Mast soweit überholt, Kabelbaum eingezogen, Lampen kontrolliert, Maststufe repariert.

Das Stellen des Mastes ging eigentlich relativ problemlos von statten. Aber reichlich Hände benötigt man bei der Größe des Mastes schon. Die Konnektion der Kabel ist etwas mühsamer. Beim Abbauen wurden zwar die Farbmarkierungen notiert, aber durch den neuen Kabelbaum ist natürlich alles anders. Läuft aber alles, lediglich die Windex zeigt zunächst nicht an. Die Genua ist schon angeschlagen. Das Groß vertagen wir, das Vergnügen soll ja auch nicht ganz zu spät kommen. Also bauen wir für die Jugend erstmal das Schlauchboot auf.  Mittwoch soll es in Richtung Amsterdam gehen, da haben wir Südwestwind.  

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9.8. Von Harlingsfliet nach Amsterdam

Dienstags sind wir noch um 20:15 vom YH Atlantica bis durch die Schleuse am Haringsfliet gefahren. Um 23:00 haben wir im Vorhafen festgemacht.

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Um 02:30 sind wir dann nach einer kurzen Siesta nach Amsterdam aufgebrochen. So ist das im Gezeitenrevier, um 04:38 ist Flut in Hoek van Holland und wir müssen 2-3 h vor der Flut los. Bis zur Ansteuerung Motoren wir, dabei erwischt uns ein kräftiger Schauer. Dann klart es auf, wir gehen auf Nordkurs und die Genua kommt zum Einsatz. Vorbei am hell erleuchteten Rotterdam aber zum Glück mit wenig Verkehr fahren wir mit raumem Wind und mit Strom und Welle.  Die Welle runter surfen wir mit in der Spitze  12,1 Knoten über die Nordsee, da schrumpft die Entfernung schnell. Es steht eine ordentliche Dünung, die Wellen sind 3 m hoch, einige Exemplare deutlich höher. Das bekommen die Mädels zu spüren, sie bleiben im Bett. Um 11:00 sind wir dann schon in der Ansteuerung Ijmuiden und kurz danach wird es hinter dem Wellenbrecher ruhiger.

Die rechte Schleuse ist für die Sportboote. Danach geht es geruhsam durch den Kanal und nachmittags haben wir in der Marina Amsterdam festgemacht. Der gewünschte Sixhhafen ist voll, nahebei ist die moderne und riesige Marina Amsterdam, auch fußläufig zur Fähre zum Bahnhof. Recht teuer - 36 Euro die Nacht, aber dafür alles inklusive - WLAN, Wasser, Strom, Duschen. Und das Highlight: Familienbäder mit Dusche und WC und 2 Bäder mit Wanne mit großen Fenstern und Blick über die Ij auf Amsterdam.

Ein Teil der Crew, es wird nicht verraten wer, hat sich nach dem obligatorischen Einlaufbier erstmal in die Koje verzogen um Schlaf nachzuholen. So verschieben wir die Erkundung der Stadt auf morgen und essen an Bord.

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10.8.

Fahrräder, Gras und Rotlicht,

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fällt einem so spontan zu Amsterdam ein.

Die Fähren über het Ij sind nach wie vor umsonst und starten nahe am Hafen. Wir setzen über und wandern entlang der Grachten mit Hausbooten zum Bahnhof. Schon witzig, Unmengen Frachtkähne als Wohnschiffe ausgebaut, mit Briefkästen, Strom, Wasser, Abwasser. Auf den Stegen und teils auf den Schiffen kleine Gärten. Es gibt sogar einen Spielplatz auf dem Wasser, den wir natürlich testen müssen.

Danach folgt die obligatorische Grachtenrundfahrt, eine schöne Art sich einen Überblick zu verschaffen. Das Wetter spielt auch mit, die Sonne kommt raus. Danach kaufen wir ein und bringen die Einkäufe aufs Schiff bevor wir zur zweiten Runde Amsterdam aufbrechen.

Entlang der Meile vom Bahnhof ist es brechend voll. Auf einem Platz müssen wir pausieren - diverse Straßenkünstler mit Seifenblasen und einer mit Einrad halten uns erfolgreich auf. Danach ist der Hunger groß, wir gehen einige Querstraßen weiter und kehren in einem Steakhaus ein. Nach dem Essen, zurück in Richtung Bahnhof, sind die Straßen an der Gracht nach wie vor unglaublich stark bevölkert. Schnell stellt sich raus warum, wir sind mitten im Rotlichtviertel! Schnell schlagen wir uns wieder zum Bahnhof durch. Gras riechen wir auch, die Fahrradwege sind so breit wie unsere Einbahnstraßen, am Bahnhof gibt es Stellplätze ohne Ende, sogar bewachte Fahrradgaragen mit Servicestation für 1,5 Euro pro Tag. Also alle Vorurteile bestätigt! Erst kurz vor MItternacht sind wir wieder an Bord, höchste Zeit für den Nachwuchs ins Bett zu kommen!

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11.8.

Amsterdam ist eine Reise wert,

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trotzdem kommt natürlich irgendwann der Zeitpunkt der Abreise. Für uns war es heute so weit. Gegen 11:30 sind wir ganz gemütlich in Amsterdam aufgebrochen und durch die Schleuse ins Ijsselmeer gefahren. Diesmal ohne dass ein Mitreisender einen Bootshaken versenkt hätte oder sonstige Malheure, aber auch bei quasi Flaute.

Im Ijsselmeer war dann über eine längere Strecke Segeln angesagt, allerdings unterbrochen von einer Flaute. Auch zum Abend lässt der Wind wieder nach. Wir sind zum Übernachten dann im Companieshavn in Enkhuizen angelandet. Es ist schon wieder recht spät, so dass wir heute den Ausflug in den Ort auslassen und uns erstmal um unser leibliches Wohl kümmern. Wir speisen bei einem wunderschönen Sonnenuntergang in der Plicht. Nur ein paar Grad mehr wären nett.

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12.8.

Stadtbesichtigung in Enkhuizen,

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ein gemütlicher alter Ort. Mit vielen Kanälen, Schiffen und Grünflächen sehenswert. Danach im Sauseschritt zum Schiff. Leonie darf noch kurz auf den Spielplatz. Rasch beim Ship chandler eine Stippvisite um Sicherungen für das Ladegerät des Außenborders zu organisieren. Danach an Bord und alles zum Ablegen vorbereitet. Die Routenplanung und die Wetterbewertung sind schon morgens erfolgt, so steht dem raschen Ablegen nichts im Wege.

Die rund 12 Seemeilen nach Stavoren sind in 2 Stunden und 7 Minuten abgesegelt, bei halbem Wind und 4-5 Bft. hängt uns ein Traditionssegler mit Groß und 2 Vorsegeln nur knapp ab, obwohl wir nur die Genua gesetzt haben. Dieses Mal haben die Mädels Spass an den Wellen, allen geht es gut. 

Im Außenhafen belegen wir unseren Liegeplatz für die nächste Zeit mit Beschlag und bekommen vom Hafenmeister jetzt auch die Karte für die Schranke und den Mitgliedsausweis fürs Schwimmbad und die anderen angeschlossenen Häfen. Danach wird noch mal verproviantiert, es gibt einen relativ neuen großen Coop - übrigens auch gut mit dem Schlauchboot zu erreichen. An der Schleuse ist der Teufel los, irgendeine Art Straßenfest.  Die Mädels erobern die Hüpfburg. Zum Abend gibt es einen traumhaften Sonnenuntergang.

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13.8.

Entspannung pur,

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heute folgt ein Ruhetag. Es ist schließlich Sonntag. Der jugendliche Teil der Crew fordert auch sein Recht. Also muß das Schlauchboot fertig gemacht werden. Der geneigte Leser erinnert sich ja noch an den Vortag, an dem wir die Sicherungen in Enkuizen gekauft haben, um das Ladegerät wieder in Funktion zu setzen. So können die beiden "Kleinen" mit dem Elektro-Außenborder durch die Boxengasse cruisen. Nebenbei wird noch die Markierung der Ankerkette kontrolliert, das Dampferlicht repariert und die Beflaggung unter die Steuerbordsaling transferiert. Auch Jana darf endlich in den Mast - ordentlich gesichert versteht sich.

Anschließend testen wir das Schwimmbad im Innenhafen, bevor es zum gemeinsamen Abendessen nach Stavoren geht. Denn morgen verlassen uns Jana und Kai.

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15.8.

Wir hatten heute Besuch,

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eine Brieftaube erschien gegen 18:00 in der Plicht. Sie hatte eine große Verletzung an der Brust. Tierrettung ging natürlich vor Fotodokumentation. So wurde die Taube gekonnt vom Skipper eingefangen. Da der Hafenmeister schon Feierabend hatte, wurde das nahegelegene Strandrestaurant aufgesucht, von wo die weitere Versorgung organisiert wurde. Ein Bekannter des Wirtes ist Brieftaubenzüchter.

Ansonsten haben wir noch eingekauft- solange wir noch ein Auto zur Verfügung haben für schwere Sachen wie Getränke. Obwohl man hier auch perfekt mit dem ´Boot einkaufen kann, der Coop ist direkt am Wasser. Das haben Tina und Leonie gestern mit dem Schlauchboot getestet. Einmal kurz durch die Schleuse und dann nach Stavoren rein! 

Nebenbei haben wir noch die Kurzwellenanlage überarbeitet und die ersten QSO´s gefahren. Ein Bild der alten Zuleitung ans isolierte Achterstag hab ich mal angehängt. Bei der Korrosion kommt natürlich nicht mehr viel rüber.

Außerdem mussten wir den StB Achterstagspanner mit defekter Hydraulik austauschen lassen, er war nicht zu retten. Dann haben wir unser Kartenmaterial aufgestockt für die Stehende Mastenroute und die Waddenzee und natürlich mussten wir ausgiebig auf den Spielplatz und an den Strand. Leonie war baden. Eigentlich waren ja nur nasse Füsse geplant, aber das war ihr nicht genug!

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16.8.

Eine Weltumsegelung ist die Reparatur seines Schiffes an der schönsten Ankerplätzen der Welt.

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Zwar sind wir nicht auf Weltumsegelung, aber das interessiert die Reparaturen wenig. So dürfen wir die Reparaturen in Stavoren durchführen. Heute steht die Grauwasserpumpe zum Austausch an.

In den letzten Tagen gab es bei der Nutzung schon eine unangenehme Geruchsentwicklung, zunächst ohne dass wir die Ursache gefunden hätten. Bei der heutigen Kontrolle der Bilgen und Betätigung der Pumpe hat Tina die Leckage entdeckt. Der Zerhacker der Pumpe ist nur mit Gewindestäben auf die Pumpe aufgeflanscht. Zwei dieser Stäbe waren nun gebrochen und konnten somit keine Dichtigkeit mehr  aufrecht erhalten. Zum Glück hatten wir Ersatz an Bord, so dass der Skipper zur Tat schreiten konnte. Danach war auspumpen und reinigen der Bilge angesagt.

Die geplante Tour Binnen haben wir daher auf morgen vertagt - wo wir einmal am Putzen waren, haben wir gleich die Außenreinigung angeschlossen. 5 m mehr Länge als zuvor merkt man dabei durchaus. Immerhin macht Spielen mit Wasser bei Sonnenschein sogar Spass.

Mittags gönnen wir uns ein Fischbrötchen und erkunden das Besucherzentrum der neuen zweiten Schleuse. Engergieneutral und umweltnah mit recyclebaren Materialien und Schilfgürtel in der Schleuse. Für die Kleinen gibt es etwas zum Malen, so dass die Erwachsenen sich mit Muße umschauen können.

Und wieder ist der Tag viel zu schnell vorbei, der kleine Schwarzfussindianer - barfuss laufen ist ja schließlich einfach zu schön - muss noch duschen und kommt wieder viel zu spät ins Bett. Aber es ist ja Urlaub.

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17.8.

Die staande Mastroute, 

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war für uns heute der Weg zum Ziel in Richtung Leuwarden, wo wir morgen noch Susanne, unsere Mitseglerin aus Ostseezeiten, vom Bahnhof abholen müssen. Standesgemäß mit dem Schiff, bei durch Mücken gestörtem Nachtschlaf haben wir festgestellt, dass die stehende Mastenroute direkt durch Leeuwarden geht.

Angesagt ist Starkwind und mittags heftiger Regen, deshalb starten wir früh um problemlos durch die Schleuse zu kommen und mittags in Grou den Regen abzuwettern. Der Wind war mit 5-6 Bft. wie angesagt, der Regen deutlich wenig. Wir haben trotzdem in Grou festgemacht und nachmittags den Ort besichtigt. Abends noch ein Besuch beim Chinesen. Morgen geht es dann die letzten wenigen Meilen bis nach Leuwarden.

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18.8.

Handbreit.

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Heute sind wir weiter Richtung Leeuwarden. Wir wollten eigentlich gemütlich über den Prinzess-Margret-Kanal segeln, denn die stehende Mastenroute ist genau um Leeuwarden eher flach, 1,90 laut Karten, wir haben 1,80. So wollten wir vom Prinzess-Margaret- Kanal in den Van Harinxma Kanal, die beide tiefer sind. Kurz vor der Abzweigung nach Leeuwarden steht aber noch eine Brücke im Weg. Diese wird jedoch für die Sportschifffahrt nicht bedient. Wir dachten bei zu großem Tiefgang machen die eine Ausnahme oder wir hängen uns an die Berufsschiffahrt dran. Aber so große Schiffe sind nicht im Anmarsch und Ausnahmen gibt es nicht. Sie wird wohl quasi nie aufgemacht.

Also umgedreht und zurück nach Grou und dort in die staande Mastroute Teil zwei eingebogen. Damit war nichts mehr mit segeln. Ein jedoch landschaftlich schöner Teil der Route, auf dem wir trotz großem Tiegang keine Nachvermessung durchgeführt haben. Aber wir hatten wirklich nur noch die  sprichwörtliche Handbreit unter dem Kiel - über längere Strecken nur 10 cm. Die Brückenwärter sind sehr aufmerksam, wir kommen immer direkt durch. Das ist auch echt gut, denn der Kanal ist so schmal, dass wir keinen Kreis hätten fahren können. Und rangieren bei 5 Bft. Wind ist nicht so lustig.

Kaum im Yachthafen Leeuwarden angekommen ging es ans nachbunkern und den Aufbau des Beibootes. Da wir nur zwei Bordfahrräder dabei haben, wurde der Transport des Gepäcks mit dem Schlauchboot bewältigt, ein großer Spaß für Leonie, die sich die Fahrt nicht nehmen ließ.

Heute durfte dann mal Tina Leben retten. Als sie nach einem geeigneten Anlandepunkt für das Beiboot nahe am Bahnhof sucht, versucht ein ca. 6 j Holländer von einem Dalben an Land zu springen. Er landet im Bach. Das Ufer ist über einen Meter hoch, keine Leiter weit und breit. Er kann sich kaum über Wasser halten, schluckt Wasser und schreit. Zum Glück liegt ein Seil nahebei, Tina reicht es ihm und kann ihn rausziehen. Das hätte echt schiefgehen können!

Der "neue Yachthafen Leeuwarden" ist fast ausschließlich auf Motorboote ausgerichtet, diese sind überwiegend in Hallen untergebracht, also kein schönes Hafenfeeling, zumal er mitten im Industriegebiet liegt. Aber wir dürfen an der Tankstelle liegen, ein WC direkt nebenbei. Und mit den Rädern kommen wir problemlos in die Stadt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag noch an Jacques.

 

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19.8.

Harlingen

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ist eine Reise Wert. Im Harinxmakanal haben wir ausreichend Wasser unterm Kiel, er ist auch breit genug und die Brückenwärter sind wieder sehr aufmerksam. Nur an einer Eisenbahnbrücke müssen wir warten. Leider steht der Wind die ganze Zeit mit gut 6 Bft. auf der Nase, was uns etwas bremst und leider Segeln unmöglich macht. Auch die Schleuse steht für uns weit offen. Wir gehen in den Noordhaven, er liegt zentral in der Stadt. Auch hier lässt uns die erste Brücke nicht lange warten, dann allerdings sind wir in einem Zwischenbecken, in dem nur Traditionsschiffe liegen und die zweite Brücke öffnet nur jede halbe Stunde. Zum Glück genug Platz zum rangieren. Der Hafen selbst ist schmal. Mit der Brückenöffnung suchen 5 Schiffe einen Liegeplatz. Der Hafenmeister schickt uns hinten durch, links sind Boxen am Schwimmsteg, rechts Spundwand. Nur dank dem Bugstrahlruder gelingt es in einem Rutsch zu wenden und  sicher anzulegen. Zum Glück stellt der Hafen Fenderbretter, denn bei Tidenhub an der Spundwand die Fender einzustellen wäre sonst unmöglich.

Bei Sturmwarnung bleiben wir im sicheren Hafen und erkunden das Örtchen. Am Hafen ist viel los, hier ist das Drehkreuz der Fähren nach Terschelling  und Vlieland. Dazu große Fischtrawler, ein kleiner Strand und eine hübsche Altstadt. Wieder haben wir Glück mit dem Wetter. Es bleibt den ganzen Tag trocken, erst abends - wir sind sind schon fast wieder am Boot - beginnt der Regen.

Beim Abendessen tut sich eine neue Baustelle auf, der Kühlschrank ist ausgefallen. Er springt kurz an, schaltet wieder ab. Die Recherche im Internet legt nahe, dass sich der Kompressor festgefressen hat und der Schutzschalter die Stromzufuhr unterbricht. Als erste Hilfe denken wir über eine Kühlbox nach, aber morgen ist Sonntag. An der Wasserkühlung kann es eigentlich nicht liegen, dann hätte er nicht 14 d Dauerbetrieb durchgehalten. Aber es gibt auch noch angenehme Überraschungen: Am Folgetag funktioniert er wieder!

Zum Strom. Bei normalem Wind wird unser Tagesverbrauch durch den Silentwind gedeckt. Lediglich bei Nutzung des Elektroherdes oder des Backofens müssen wir den Generator anschmeißen, was im Hafen natürlich schon mal ungünstig sein kann. Die Solaranlage liefert momentan keinen Strom, da muß der Lieferant wohl nochmal ran.

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20.8.

Harlingen im Sturm,

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lädt nicht wirklich zur Weiterfahrt ein, daher haben wir noch einen Hafen- bzw. Strandtag eingelegt. Erst sind wir vom Hafen zum Strand gezogen. Die Kite-Surfer hatten Ihre Freude an dem starken Wind. Sie sind sogar durch den sehr "flüssigen" Watt-Bereich in Ufernähe gefahren. Dort muß man jedoch sehr aufpassen, um nach einem unfreiwilligen Sturz nicht ganz abrupt die Hautfarbe zu wechseln. Nach ausgiebigem Strandrundgang sind wir dann noch durch die Altstadt mit den kleinen ortstypischen Häusern gezogen. In Kombination mit den historischen Segelschiffen im Hintergrund ein sehr prägnantes Bild.  

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21.8.

Kaum war das Wetter besser,

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ging es nach Terschelling. Der wenige Wind der da war kam natürlich  streng auf die Nase. Es war also wieder mal Motoren angesagt. Aber die Mädels wollen unbedingt auf die Inseln! Das war sogar wichtiger als die Segelbilanz. Unterwegs ließ sich dann noch feststellen, das Holländer mit Ihren Wohnwagen nicht nur deutsche Autobahnen blockieren, nein zu Hause auch die Fähren.

Die Sonne strahlt, die Fahrwasser waren voll. Nach mehreren Tagen Starkwind nutzten viele die ablaufende Flut um auf die Nordsee zu kommen. Auf den Sandbänken konnten wir Seehunden oder Robben erkennen. Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes (wir haben ja eine Biologin an Bord), sondern v.a. auch wegen des Tiefgangs, mussten wir einen gehörigen Abstand halten, 

Wir haben uns entschlossen einen Versuch an der nördlichen Passage in das Schuitengat zu wagen. Nach den Berechnungen in Quicktide sollte die Wassertiefe reichen, wenn wir vor 15:00 passieren. Bei Ebbe wird die Passage mit 1,3 m angegeben. Etwas mulmig war uns schon bei dem schmalen Fahrwasser, aber durch das Hauptfahrwasser hätten wir deutlich länger den Strom gegen uns. So könne wir noch eine Weile im Vliestrom das ablaufende Wasser nutzen, das uns mit gut 2,5 Knoten schiebt. Die Zeitvorgabe haben wir so locker geschafft und wir sind auch mit einem Minimum von 0,6 Metern unter dem Kiel durchgekommen, jetzt nur noch mit 4 knoten gegen den Strom. Über Funk einen Hafenplatz angefragt und bei Ankunft nahm uns der Hafenmeister sofort mit seinem Schlauchboot in Empfang. Ohne Wind ist auch das rückwärts Einparken kein Problem.

Nach Klarieren des Schiffs organisieren wir beim Fietse Verhuur ein zusätzliches Rad mit Kindersitz und machen die Bordfahrräder klar und dann erkunden wir die Insel.  Es geht auf die der Nordsee zugewandten Inselseite, um der Kleinen ihr Sandvergnügen zu gönnen. Und das ist mal ein Sandstrand. So lang wie das Auge reicht und auch sehr breit und kaum Menschen. Nur ein ganz schmales Segment wird von Rettungsschwimmern überwacht. Die Wellen sind höher als erwartet und die Wassertemperatur ist erträglich. So spät am Tag traut sich aber nur Leonie komplett ins Wasser. Insgesamt ein entspannter Urlaubstag.

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22.8.

Ein Inseltag,

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ist bei gutem Wetter natürlich viel besser, als gegen den Wind im Wattenmeer zu segeln. Also haben wir kurz entschlossen das dritte Fahrrad einen Tag länger gebucht und sind zu viert erneut über die Insel gefahren. Am Strand war es bedingt durch den Wind etwas kühler als am Vortag, was ein Bad im Meer nicht besonders erstrebenswert machte. Dabei waren so schöne Wellen. Aber selbst Leonie war es zu kalt. Da kann Terschelling nicht mit der Karibik konkurrieren.

Beim zweiten Teil der Inselrundfahrt wurde noch ein Stopp zu einer Wattwanderung eingelegt. Der Skipper blieb zur Bewachung der Fahrräder zurück (oder wollte sich nicht die Füße dreckig machen) und hatte die Gelegenheit, eine Möwe zu beobachten, wie sie einen Krebspanzer "knackte".

 

Zurück aus dem Watt wurde dann das Leihfahrrad abgegeben und nach dem Abendessen der Törn nach Stavoren geplant. Gezeitensegeln läßt grüßen. Immerhin müssen wir nicht mitten in der Nacht auslaufen sondern ganz gesittet um 08;30.

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23.8.

Nun sind wir wieder in Stavoren,

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gegen 08:30 war ja die tidenbedingte Abfahrt in Terschelling geplant. Meist wird es ja später, heute sind wir tatsächlich schon um 8:20 losgekommen. Es verlief eigentlich alles nach Plan, nur der Wind hätte etwas mehr aus Nordost kommen können. Da er das nicht tat, waren kürzere Einlagen der eisernen Genua erforderlich. Aber immerhin konnten wir einen guten Teil der Strecke segeln. Das ganze bei blauem Himmel und 4-5 Bft., was uns mit dem Gezeitenstrom auf bis zu 9 Knoten über Grund beschleunigte. Was will man mehr.  

Wir haben auch gelernt, dass das Festmachen an einem Seezeichen den Rettungsdienst auf den Plan ruft - zumindest wenn man in einem Schlauchboot sitzt. Ob die Hilfe notwendig war oder ob es vielleicht wie bei den Bernhardinern der Bergrettung Lebensmittel (in flüssiger Form) gab, ist jedoch nicht überliefert.

Vor der Schleuse Kornwerderzand mußten wir mit vielen anderen Booten recht lange warten. Schließlich muss hier die Autobahn über den Abschlussdeich für die Brücke gesperrt werden. Erst als ein größeres Berufsschiff in die Vorkammer kam, ging plötzlich und unerwartet alles recht schnell. Wir rutschen hinter dem Berufsschiff durch die Brücke und kommen so gut in die Schleuse. Das handelt uns allerdings die Kritik eines holländischen Motorbootskipper ein, der bei Ablegen zum Schleusenvorgang weniger schnell war. Er wäre es nicht gewohnt, dass deutsche Skipper sich beim Schleusen vordrängeln. Nachdem wir zuletzt aber in Harlingen angezählt worden waren, weil wir an einer Brücke eine Lücke zum Schiff vor uns hatten entstehen lassen, haben wir nun die Lücke hinter dem Binnenschiff genutzt. Vielleicht sollte der Herr noch einige Ablegemanöver trainieren, wie die Boxencrews in der Formel 1 die Reifenwechsel, dann klappt das auch.

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24.8.

Mal wieder ein Auftrag für den Installateur.

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Die online-Crew erinnert sich sicher, das für die Sanitärinstallation der Skipper an Bord verantwortlich ist. Nun hat das Eigner-WC beschlossen, Flüssigkeiten auch durch Risse im Sockel und an der Zerhacker-Pumpe abzugeben. Da leider kein Schraubstock und kein Dremel an Bord sind, womit eine komplette Demontage mit Bordmitteln nicht möglich war Praktischer Weise hatte der Yachtshop gerade ein Sonderangebot für die gewünschte Toilette allerdings mit Handpumpe. Aber die Elektropumpe kann nachgerüstet werden, Hauptsache dicht. Sie mußte nur noch von der Bedienung an der rechten Sete auf die Bedienung an der linken Seite umgebaut werden.

Die Demontage der alten Einheit gestaltete sich etwas kompliziert, da daran schon mehrere "innovative" Reparaturen mit dem jeweils gerade zur Hand befindlichen Material durchgeführt wurden. An allen Ecken und Ende unterschiedliche Schraubenköpfe und Durchmesser. Nach Abschluß der Demontage konnte dann doch recht schnell die neue Toilette verbaut werden, wenn auch vorerst ohne Elektro-Antrieb mit Zerhacker. Das wird eine der vielen "Winteraufgaben" des Skippers.

Die Damen nutzen die Bastelzeit des Skippers fürs Essen kochen, Handreichungen für den Skipper, Reinigungsarbeiten und Amüsement der Nachwuchscrew mit Spielplatz, Baden am Strand  und ähnlichem.  Zwischendurch ist auch Zeit für Frikandel speziaal und Lekkerbeekje.

Eigentlich hatten wir nochmal einen kurzen Trip nach Hindeloopen geplant, aber wir haben doch noch einiges zu tun, so bleiben wir in Stavoren.

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25.8.

Wieder die Antenneanlage!

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Gerade war die Installation der Funktechnik beendet, von der alten Technik waren nur noch Funkgerät und Antennentuner übrig. Doch nun war der Skipper mit der Sendeleistung nicht zufrieden. Der Transceiver hat zu Hause an der stationären Antennenanlage prima funktioniert, Also lag Nahe, das Problem beim Tuner zu suchen. Also verschwand der Skipper für eine Weile in der Backskiste und demontierte den automatischen Antennentuner. Bei Öffnung des Tuners sah man auf der Platine sofort die Schmorstelle. Hier scheint die schlechte und korrodierte Verbindung zum Achterstag wohl die Ursache für eine Überlastung gewesen zu sein. Der Skipper wird den Tuner also zu Hause seiner Meßtechnik unterwerfen und dann entscheiden, ob Reparatur oder Austausch sinnvoll sind.

Wo wir schon mal am arbeiten sind nutzen wir das  Traumwetter mit Sonne und Flaute um das Vorsegel zu bergen. Der UV Schutz am Außenrand hat sich gelöst, wir bringen es zum Segelmacher. Der hat jetzt allerdings erstmal 3 Wochen Urlaub. Aber wir lassen es dennoch da. Er meint, dass man den UV Schutz nur wieder fixieren muss, das Segel ist sonst in Ordnung.

Danach gibt es nochmal Lekkerbeekje oder Fischbrötchen und natürlich ein Eis für Leonie bevor es an den Strand geht. Leonie ist jetzt hochmotiviert schwimmen zu lernen, sie möchte durch das ganze Ijsselmeer schwimmen. Erstmal geht es parallel zum Strand im Flachwasser entlang, das ist mehr als die restliche Crew sich traut, denen ist das Wasser zu kalt.

Zum Abschiedsessen fahren wir nochmal nach Workum - Nasi Kota Radja essen.

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