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Oktober

1.: Radeln kann so schön sein, wenn es nicht mit dem Klapprad ist.

Samstag 07:00 wecken, Udo schon um 5:00.

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Um 08:00 legen wir ab. Ablegen ohne Bugstrahl auf engstem Raum, um möglichst nicht tiefer in den Schlick zu geraten. Wir drehen das Boot mit Leine auf der Mittelklampe und kommen zum Glück problemlos aus dem Schlick.

Udo meldet sich, er ist bereits in Nijmegen und wir sind noch weit weg. Warten oder uns entgegenkommen, das ist die Frage. Wir verabreden ein Treffen kurz hinter dem Hafen Tiel. Das  Timing ist auch gut, Udo trifft kurz vor uns ein - zum Glück. Er stellt fest, dass der Hafen sehr flach wirkt, fragt nach und erfährt leider, dass der Tiefgang für uns nicht reicht. Also kann er nicht an Bord kommen,  sondern muss wieder zurückradeln nach Nijmegen. 26 km und das auf einem Klapprad! Prompt erwischen ihn auch noch ein paar Regenschauer, während wir nur wenige Tropfen abbekommen.

Erst gegen 16:00 sind wir in Nijmegen. Wir haben uns jetzt an der Schleuse in den Maas - Waal Kanal verabredet. Dort sollte es auf jeden Fall tief genug sein! Zum Glück klappt jetzt alles problemlos und Udo bekommt erst mal einen Tee. Nach einem weiteren Gewitterschauer klart es wieder auf und wir haben schönstes Wetter. Außerdem eine weitere Backup Pumpe über 12V zu betreiben, die Udo mitgebracht hat

Für die nächste Nacht planen wir einen Stop in Lobitz, 20 km hinter Nijmegen und gerade im Grenzbereich zu Deutschland. Es gibt einen Segelhafen in einem Seitenarm / Baggerloch. Wir haben 5 Karten an Bord- 2 elektronische auf dem PC, die im Plotter, 1 Buch für Sportboote und ein Buch für die Berufsschiffahrt - und alle sind ohne Angaben zur Wassertiefe. Wir haben dazugelernt, suchen uns die Nummer des Hafens im Internet und fragen wegen des Tiefgangs, wieder zu wenig. Etwas Rheinauf gibt es einen Schutzhafen für die Berufsschiffahrt, dahinter eine Werft mit Yachthafen, den peilen wir an. Nachfragen kann man hier nicht, es gibt keine Kontaktadresse. Es wird wieder knapp mit der Helligkeit, wir sind langsamer als geplant, weil die Strömung zunimmt. So wird noch unterwegs gekocht und gegessen, Spaghetti carbonara.

Gegen 20:00 sind wir in Lobitz. Ausgerechnet auf den letzten Metern erwischt uns ein Gewitter. Die Sicht ist besch…, der Regen kalt. Der geplante Hafen ist nur eine kleine Ausbuchtung am Ufer, von Yachthafen nichts zu sehen. Wir müssen festmachen, da wir auf dem Rhein nicht nachts fahren dürfen und v.a. auch in Deutschland nicht ohne Patent - also nicht ohne K.E. fahren dürfen. Also versuchen wir uns an einem Schiff an der sogenannten Werft festzumachen, aber wieder sitzen wir im Schlick. Nur mit Mühe kommen wir wieder los.

Plan B, im Fluss sind Steiger. Wir machen am ersten fest, auch wenn es ein Verladeplatz für PKW  für die Berufsschiffahrt ist. Wir gehen davon aus, dass Nachts keiner kommt und verschwinden in der Koje. Kaum liegen wir, werden wir auch schon von einem Binnenschiffer angerufen, wir sollen weg. Er schickt uns längsseits eines Schleppers,  aber auch da können wir nicht bleiben. Also fahren wir zurück zum Schutzhafen. Ohne Regen ist jetzt wenigstens die Sicht gut. Wir melden uns über Funk. Man erlaubt uns zu bleiben, ausnahmsweise und nur, wenn wir kein Binneschiff behindern,  möglichst weit Backbord. Leider gibt es hier keine Stege, sondern nur Brücken, deren Poller für uns viel zu weit auseinanderstehen. Es dauert gut 30 min, bis wir so vertäut sind, dass wir nicht unter die Brücke treiben können., wo Metallstreben den Aufbau beschädigen könnten. Dann geht es endgültig ins Bett.

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2.: Von der Natur zur Industrie

Um 06:00 klingelt der Wecker.

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Wir sitzen noch beim Frühstück als sich kurz vor 07:00 K.E. und Anne melden, sie sind da. Wir legen ab und nehmen sie an dem Verladesteg für Autos an Bord. Um 07:25 ist die Crew damit vollzählig und die Reise geht weiter. K.E. meldet uns bei der Revierzentrale an.

Heute ist es deutlich kälter als an den letzten Tagen, am Ruder muss man sich warm einpacken. Dafür gibt es einen wunderschönen Sonnenaufgang. Die Fahrt läuft glatt, von viel Natur wechselt das Bild am Ufer zu viel Industrie. Schnell ist zu sehen, dass wir es nicht nach Duisburg Homberg oder gar Krefeld schaffen. Die 5 Knoten vom ersten Tag sind wegen der Strömung nicht mehr drin. Wir peilen Walsum an, K.E. kennt da einen Platz, wo wir festmachen könnten, allerdings kommen wir da nicht an Land. Das war nicht geplant. Jetzt wird der Proviant knapp - schon wieder Spaghetti? Pizza klingt gut - nur wohin liefern?

Wir schauen den Stadtanleger Xanten aus. K.E. klärt mit den Kollegen, dass er nicht abgesperrt ist. Tina googelt Lieferdienste vor Ort. Die Pizzeria San Marino erklärt sich tatsächlich bereit, 7 Pizzen und 2 Salate zur errechneten Zeit um 14:30 an den Steg zu liefern. Wir legen eine Punktlandung hin. Der Pizzabote steht zwar nicht auf dem Steg - das wäre eine coole Szene gewesen - aber er ist auf dem Parkplatz, und schwer beladen geht es zurück an Bord. Pizza und Salat sind echt lecker und alle hatten tüchtig Hunger. Danach wird leider das Wetter schlechter, es regnet fast 2 Stunden. Drinnen läuft die Heizung. Die Mädels haben es bequem, nur die Crew muss arbeiten und frieren. Udo schafft es, Leonie zu einer Siesta zu bewegen. Nach dem frühen Aufstehen war sie knatschig.

Walsum erreichen wir mit letztem Licht. Wir fahren in einen Stichkanal zum Ladedock eines Betriebs, den Blick immer auf dem Tiefenmesser. Der Tiefgang reicht und gegenüber dem Dock ist eine Spundwand, an der wir festmachen können. Das Einlaufbier ist wohlverdient. Es war für alle ein langer Tag, so dass es nach dem Abendessen rasch in die Koje geht.
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3.: Die letzte Etappe vor der Winterpause

Wieder ist um 06:00 wecken angesagt.

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Nach dem Frühstück legen wir ab, es ist 07:21. Zum Glück ist es wieder wärmer als am Vortag, allerdings nieselt es zunächst und dann erwischt uns noch ein kräftiger Schauer.

Heute, nah an zu Hause, geben wir den Hop on Hop off-Dampfer. Alina, Niklas und Sabine wollen ein Stück mitfahren. Pünktlich um 10:00 sind wir an der Schifferbörse in Duisburg. Die Abfahrt verzögert sich etwas. Zunächst sind die 3 fälschlich am Restaurant, dann will der Generator nicht anspringen und selbst Udos gutes Zureden hilft diesmal nicht. Udo hat sich geopfert, um das Auto zurückzubringen.

Wie sich das für einen Passagierdampfer gehört, liefern wir jetzt perfektes Wetter für die Gäste. Die Sonne lacht, das Vorschiff wird zum Sonnendeck. Wir essen Reste von der Pizza und Brot.

Schon in Krefeld muss Niklas wieder von Bord, er ist zum Golfen verabredet.  Auch Alina und Tina gehen von Bord, denn eigentlich haben Tina und Udo heute noch eine Ballonfahrt auf dem Programm. Wir gehen zwar davon aus, dass sie bei dem Wetter ausfällt, aber die Entscheidung fällt erst um 14:00, also prophylaktisch aussteigen. Kurz danach die Info - keine Ballonfahrt.

So holen wir schnell Uschis Auto, parken es am Hafen an der Theodor Heuss Brücke und dann bringt Udo Tina nach Kaiserswerth - so kann wenigstens sie die letzte Etappe noch mitfahren. Der Anleger bietet nicht viel Tiefgang und unreinen Grund, aber K.E. kennt die Fallstricke und Tina kann übersteigen.

Nach den letzten Kilometern kommt die Theodor Heuss Brücke in Sicht. Udo erwartet uns im Hafen und hat den Liegeplatz schon ausgeschaut. Wir müssen in die allerletzte Ecke. Herr Lopez hat versichert, dass es tief genug ist, er hat am Liegeplatz gemessen. Auf dem Wege dahin schleifen wir aber schon durch den Schlick. K.E. parkt uns meisterhaft rückwärts ein. Geschafft - die Blue Ray ist in Düsseldorf!!!

Alles ist schon gepackt und alle sind geschafft, so gibt es keine Party anlässlich der abgeschlossenen Überführung, sondern eine zügige Abreise. Zu Hause dann ein Vollbad - nach 3 Tagen ohne Dusche  - wenn man mal von Dieseldusche und Bilgenwasser bei Tina absieht - ein Hochgenuss.
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4.: Back to Harlingfliet

Letzter Akt,

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das Auto muss noch aus Holland zurück, sehr praktisch, dass Tina Dienstags frei hat. Um 07:23 fährt die S-Bahn. Über Düsseldorf Hbf und Venlo gibt es eine gute Verbindung nach Rotterdam, das Klapprad im Gepäck. Zum Bahnhof Zuidplate kommt das Rad schon mal zum Einsatz, die Radwege sind super und die Stadt sieht interessant aus. Der Busbahnhof ist riesig, gut wenn man mit dem Rad da ist.

Nur 4 Minuten später kommt der Bus. Von der Haltestelle sind es noch mal 8 km zum Hafen. Retour mit dem Auto, die Fahrt läuft glatt, gerade recht um Leonie kurz vor 16:00 abzuholen.

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