Menü

September

30. Überführung der Blue Ray - der Dritte Akt

Seit der Überführung nach Holland

Mehr…

haben wir es nur zu einem Besuch beim Schiff geschafft - Tina hat mit Wolfgang das Legen des Mastes vorbereitet, Genua geborgen, Leinen ausgeschoren, Elektrik dekonnektiert. Am Groß sind wir gescheitert, der Wind und die Beschläge an den Segellatten haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Mastlegen hat der Hafen erledigt, sie haben zu  zweit fast einen Tag gebraucht - 21 m halt! Der Mast bleibt vor Ort. Neben einem defekten Tritt sind die Salinge teilweise nicht zu lösen, sonst sieht er noch gut aus.

Für die letzte Etappe nach Düsseldorf haben wir das lange Wochenende mit Montag dem 3. Oktober eingeplant. Die Sondergenehmigung für den Rhein liegt vor, das Binnenkennzeichen ist angebracht. K.E. - der ja zum Glück das Rheinpatent hat - kann leider erst ab Sonntag, er will kurz vor der Grenze zusteigen. Auch Udo kann erst ab Samstag. Für Freitag braucht Tina Unterstützung, so helfen Rolf und Uschi wieder aus, diesmal mit Ingrid.

Donnerstags reisen wir an, Tina muss länger arbeiten und es wird spät. Da das Hafenbüro erst um 09:00 aufmacht, können wir Freitag nicht allzu früh los. Wir müssen noch tanken und bezahlen, das Großsegel einladen, den Mast besichtigen. Das Bugstrahlruder ist spannungslos, das hat uns noch gefehlt. Zum Glück ist kein Wind. So geht es nach etwas Manövrieren rückwärts zum Tanken, 150 l pro Tank, und dann endlich um kurz nach 10:00 Uhr los.

Vom Haringsfliet zur Waal läuft die Fahrt glatt, der Verkehr hält sich in Grenzen, es ist wenig Strömung. Rolf steht am Ruder, Tina navigiert und betreut den Motor. Seit der letzten Etappe ist die Dichtung der Welle undicht, der Gutachter hatte das schon prophezeit. Wir schrauben nicht selber, sondern schieben die Reparatur bis Düsseldorf. Wir machen Wasser, aber es hält sich in Grenzen. Ingrid und Uschi bespaßen Leonie und organisieren die Küche. Es gibt viel zu sehen, Brücken, Wolken, Fähren, badende Kühe und vieles mehr. 

Anvisiert war Tiel, ein Hafen knapp 15 km vor Nijmegen. Die frühe Dämmerung ist dagegen - zwar dürften wir auf der Waal nachts fahren, aber wir müssen feststellen, dass beleuchtete Seezeichen recht spärlich gesäht sind. Mit Radar und Plotter könnten wir zwar fahren, aber wir entscheiden uns gegen eine Nachtfahrt.

So disponieren wir um und fahren ein kurzes Stück zurück nach Zaltbommel, wo wir im Yachthafen ein paar Motorboote und ein Fahrgastschiff gesehen hatten. Es ist schon fast dunkel. Schon in der Einfahrt stecken wir das erste Mal im Schlick. Im zweiten Anlauf tasten wir uns nahe einer Spundwand neben das Fahrgastschiff. Halb am Steg fehlt dann doch wieder die Handbreit Wasser unterm Kiel. Wir machen nur mit der Nase in der Box fest. Immerhin können wir an Land und haben Strom. Plan B wäre ein Tankschiff im Strom gewesen, sofern man uns erlaubt hätte festzumachen, aber so ist es ruhiger.

Kurz vor dem Anlegen versagt auch die Bilgepumpe der zentralen Bilge. Auch nach Zerlegen und Reinigen ändert sich nichts. Zum Glück haben wir genug Backups, mobile elektrische Pumpe, Handpumpe und vordere Bilgepumpe. Erschöpft geht es früh in die Kojen.
Weniger…